Mentale Vorbereitung zur Thaibox WM

Ich bin Indy Schumacher und ich bin punktgenau in Bestform.

Zeit: 0:12
Bei mir steht eine große Herausforderung vor der Tür. Jetzt geht es nicht nur lokal oder national auf irgendwelche Kämpfe – jetzt geht es zu einem „Epic Game“, wie man so schön sagt: Zur Weltmeisterschaft nach Schweden! Ich habe Dich, Thomas, kennengelernt auf einem Seminar in Rommerskirchen im Bundesleistungszentrum für Muay Thai, und ich habe gespürt: „Okay, das ist der richtige Ansatz.“ Ich habe bei mir den Bedarf gespürt, dass man auch mental trainieren muss. Irgendwann merkt man, beim körperlichen Training stößt man an gewisse Grenzen, und dann versuche ich natürlich alles, was zusätzlich an Training möglich ist, zu realisieren.
Zeit: 1:00
Es funktioniert perfekt! Du hast natürlich ein umfangreiches Archiv, keine Frage, das ist wunderbar! Ich gebe auch offen zu, ich habe über meine Hausaufgaben hinaus in die anderen Videos gespinkst – man hat ja freien Zugang – wobei ich mich natürlich auf meine Hausaufgaben konzentriert habe! Dann, wenn Fragen auftauchen, oder wenn man für ein konkretes Beispiel arbeiten will, funktioniert das über Skype wunderbar. Da hat man Dich live, da kannst Du explizit auf gewisse Fälle oder auf gewisse Ideen direkt eingehen. Wenn man etwas im Video oder über Skype hinkriegt, dann kriegt man es auf der Straße auch hin. Das hat auf jeden Fall geholfen!

Zeit: 1:44
Es ist wirklich wie ein „An-die-Hand-Nehmen“ – man stellt sich tatsächlich vor, Du sitzt einem gegenüber und sagst das alles – es fällt kaum noch auf, dass es ein Video ist. Man geht alles konkret durch. Du gehst das Problem, das anliegt, an mit diesem Ansatz: „Was ist mein Problem, was ist meine Mentalbremse?“ Man geht es Stück für Stück durch bis man das Problem selber in sich erkennt, es fokussiert und es auseinandernimmt – um hinterher seine Lösungsansätze parat zu haben. Finde ich schon super! Wenn ich mir andere Sachen ansehe – man kennt Filme wie „The Secret“ und ich habe auch Bücher dazu gelesen – dann ist das, gerade als Buch oder beim klassischen Film, alles klar. Du denkst: „Okay, für die Leute hat es funktioniert. Das sind Beispiele, die passen aber nicht 100%ig auf mich!“ Und Du, Thomas, kriegst das in Deinen Videos hin. Es passt trotzdem für jeden, weil jeder für seine aktuelle Situation tatsächlich etwas nutzen kann.
Zeit: 2:50
Ich bin teilzeitangestellt, darüber hinaus selbstständiger Trainer und natürlich auch noch Kämpfer. Ich muss immer sehen, wann ich Zeit habe – sei es geplant oder nicht geplant – ich nutze alles an Zeit, was ich habe. Es kann teilweise sein, dass ich nicht regelmäßig Zeit finde – das variiert bei mir jeden Tag. Morgen ist es 12 Uhr, danach ist es 14 Uhr, danach ist es abends um 22.30 Uhr – und das ist der Vorteil: Ich kann es frei einteilen. Ich kann das Training individuell in den Zeitraum setzen, wo ich 100%ig weiß: Jetzt stört mich keiner – außer vielleicht der Hund, der jedes Mal um die Ecke kommt! (lacht) Ich kann mich dann 100%ig darauf konzentrieren.
Zeit: 3:40
Über den Alltag hinaus konnte ich das Gelernte wunderbar im Sport anwenden – gerade die Atemtechniken: Dass man nicht nur in den Brustkorb, sondern bewusst in den Bauch atmet.
Man muss diese Angst, die man eventuell hat, diesen Zweifel oder was es auch ist – sei es nur „kleiner Respekt“ – fokussieren und überlegen: „Ist das real? Ist das eine reale Angst oder eine irreale Angst?“ Man muss sich damit beschäftigen. In den meisten Fällen ist es irreale Angst, die einen hemmt. Man muss sie bewusst nehmen und mit Deiner Technik beiseiteschieben, sich auf seine Stärken konzentrieren und sagen: „Diese Stärken führen mich zum Ziel!“ Man denkt nicht mehr an: „Oh, das könnte jetzt schiefgehen!“ und „Ich könnt einen auf die Nase kriegen!“ Man fokussiert sich auf sein Ziel durch diese Atemtechnik, kommt zur Ruhe, die Gedanken machen keine Sprünge. Man ist voll auf dieses Ziel fokussiert. Und das hilft ungemein. Damit bin ich vor kurzem Deutscher Meister geworden, weil ich mich fokussiert warmgemacht habe – immer mit dem Wissen: „Ich pack das jetzt, ich rock‘ heute das Ding!“ Im Gegensatz zur Gegnerin, die ein bisschen arg eingesunken, mit den Schultern eingesackt dasaß und nicht so recht wusste, was sie da sucht. (lacht)
Zeit: 5:00
Jedes Mal, wenn ich spürte, es kommen entweder Zweifel oder zumindest diese nervösen Gedanken auf – man merkt spätestens wenn der Puls hochfährt, dass sich auch der Körper vorbereitet – das findet schließlich nicht nur im Kopf statt. Auch der Körper reagiert. Frage: Kam da noch etwas? Die Aussage macht so keinen Sinn. – „Jedes Mal wenn“ … erfordert ein „Dann“.
Ich habe mir zwischendurch den Scherz erlaubt und mit dem Puls-Gurt gearbeitet. Ich habe geschaut, wie hoch er knallt. Ich habe in dem Moment bewusst darauf geachtet, dass ich, wenn ich noch nicht dran bin, den Puls wieder runterhole. Es gibt nichts Schlimmeres als auf der Deutschen Meisterschaft 18 Stunden mit einem hohen Puls dazusitzen und nervös zu sein; man kann abends nicht mehr: Die Beine kommen nicht mehr hoch, die Deckung hängt nicht mehr da wo sie hingehört, und der Kopf spielt erst recht nicht mehr mit. Das zu verhindern ist mir supergut gelungen.
In dem Moment wo ich parat sein musste, habe ich trotzdem den Puls runtergeregelt und mich selber auch – ich will nicht sagen man muss es „zu cool“ angehen, aber aktiviert und mit mentaler Ruhe: „Du packst das Ding – Du schaukelst das nach Hause!“ Man ist so in seiner Ruhe, dass man ins Überlegen kommt; dass man es geschickter angeht und mit Köpfchen kämpft. Und nicht einfach mit Panik drauf.
Zeit: 6:23
Man kommt nicht um Sponsoring herum. Man muss bei Sponsoren anfragen. Das ist für mich Neuland. Für andere Leute Sponsoren zu finden war nie ein Problem; da war ich immer selbstbewusst genug. Für einen selbst war eine ganz andere Hausnummer. Ich habe mir die Challenge gelegt: „Okay, wie man Sponsoren anschreibt weiß ich mittlerweile.“ Aber mal mit der Sponsoring-Mappe ganz frech, ohne Termin einmarschieren und sagen: „So, ich möchte für Euch Werbung machen“ – Ich will nicht sagen „überrumpeln“, aber einfach ansprechen: Da ging mir der Hintern auf Grundeis! (lacht) Im ersten Moment. Aber dann dachte ich: „Gut, es ist vielleicht eine gute Übung. Stell Dich doch einfach!“ Und das Resultat ist, dass ich jetzt zwei Sponsoren habe, bei denen es nur noch um die Summe geht. Diese Art ist wohl sehr gut angekommen. Das Reinmarschieren, dem Mitarbeiter die Mappe auf den Tisch knallen, „Ich würd‘ gern Werbung für Euch machen“ – „Ok, ich hol den Chef“.
Dann knallte natürlich wieder der Puls hoch und ich habe alles, was ich bisher gelernt habe, angewendet; mit der selbstbewussten Haltung. Dann kam der Chef um die Ecke und in dem Moment hatte ich schon gewonnen – im Kopf! (grinst)
Zeit: 7:38
Ich glaube, ich bin gut aufgestellt. Gerade das Ritual werde ich weiterhin üben. Wenn mich etwas belastet sage ich: „Jetzt häng ich es an den Nagel – Finito!“ Zweifel oder Angst: Mittlerweile habe ich das beides in eine Schublade gesteckt – ob Angst hochkommt vor einem Kampf oder Zweifel im Training „Packst Du das?“ – die Frage lautet: „Ist das real oder nicht?“ Mit der Metapher und mit der Hilfe der anderen Shortcuts sage ich, dass ich mich auf meine Stärken konzentriere! An allen anderen Sachen arbeite ich so gut ich kann. Und irgendwann, wenn die Grenze erreicht ist, weiß ich auch für mich: „Jetzt habe ich alles gegeben, was ich konnte.“ Und damit kann ich dann auch zufrieden sein.

Ich bin Indy Schumacher und ich bin punktgenau in Bestform.

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Veröffentlicht in Mental-Tipps

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